Roland Eichler

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Meine Sichtweisen

Bevor ich mit Beiträgen der Kategorien „Geist & Seele“ und „Gesellschaft“ starte, möchte ich hier ein paar sehr persönliche Zeilen schreiben.

Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wie ich mich selbst und mein Business künftig nach nunmehr 13 Jahren Selbständigkeit in
der virtuellen Welt präsentieren möchte.
Eine der Antworten gibt bereits der vorangehende Satz. Mich selbst – und mein Business. Als die ganzheitliche Einheit, die sie nun mal ist.

In der Vergangenheit habe ich immer wieder von Mitmenschen sinngemäß gehört, ich wäre wohl so eine Art „Gesamtkunstwerk“. Als Mensch und Künstler.
Nicht in wörtlichem Sinne, ich wäre selbst nie so anmaßend mich als Kunstwerk zu bezeichnen.
Wer mich persönlich kennt weiß dass ich eher zu den bescheideneren Typen gehöre. Aber auch zu den Menschen, die offen ihre Meinung sagen.

Gerade in den lauten Zeiten, in denen „schneller, höher, weiter“ die Gebote des allgemeinen Zeitgeits sind (ein Zeitgeist der nicht meiner ist) und es gerade in der Medienbranche so Hip und verbreitet ist, seine Kunden in mit anglifizierten Fachausdrücken gestrickte Worthülsen einzuwickeln, möchte ich bewusst einen Kontrapunkt setzen.
Ich baue mehr auf „Sein“ als auf „Schein“. Auf Authentizität und Offenheit. Einfach auf „Mensch sein“.

Warum ich diesen Weg gehe, im vollen Bewusstsein darüber, dass ich mit meiner Offenheit und meiner oftmals direkten aber aufrichtigen Art nicht bei jedem Punkten kann und vielleicht auch manchen potenziellen Kunden abschrecke?

Ganz einfach:

  • Weil mir das Leben beigebracht hat, dass man im aufrechten Gang besser zu seinen Zielen kommt, als kriechend.
  • Weil potenzielle Kunden, die die freie Meinung anderer nicht akzeptieren können, nun mal einfach nicht „meine“ Kunden sind.
  • Weil ich gelernt habe, dass das Universum für jeden sorgt, der vertrauensvoll seinem eigenen für ihn vorbestimmten Weg folgt.

Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“

(Jiddu Krishnamurti)

oder um es alternativ und zugegebenermaßen plakativ in meiner geliebten bayerischen Muttersprache auszudrücken :-):

„Scheiß da nixdann feid da nix!“

(Bayerische Redewendung)

Nun aber endlich zu den relevanten Themen:

Politisch
lasse ich mich in keine Schublade stecken. Nicht nur weil ich generell kein Freund des Schubladendenkens bin, sondern weil es für mich keine passende Schublade gibt.
Meine Kommode verstaubt gerade auf dem Speicher der Erkenntnis.
Ich bin kein Freund oder Anhänger irgendwelcher politischen Parteien oder Strömungen. Ich bin weder rechts, noch links, noch Nazi, Antisemit oder „Reichsbürger“.
Meine Partei wäre die Partei der Vernunft, der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens. Aber die wurde leider noch nicht gegründet.

Tatsächlich war ich bis vor einiger Zeit politisch interessiert, bis ich realisiert habe, dass es für meine geistige Gesundheit zuträglicher ist, die Zuschauertribüne dieses gigantischen „Zirkus Maximus“ zu verlassen. Weil es für mich als Zuschauer nicht wirklich eine ernstzunehmende Möglichkeit gibt, diesen Gladiatorenkampf der Mächte zum Positiven zu beenden.
Weil die Dinge kommen werden wie sie kommen müssen. Ob ich will oder nicht. Egal ob ich mich darüber aufrege oder nicht.
Gelegentlich schaue ich mir das Stadion von außen an und verlasse den Vorplatz meist schnell wieder – mit einem Kopfschütteln.
Woraus ich keinen Hehl mache ist, dass ich die Dinge die in unserem Land derzeit vor sich gehen, in keiner Weise für gut halte.

Gesellschaftlich
gehöre ich zu den vielen gebrannten Kindern der vergangenen 3 Jahre. – Ja, richtig, ich bin einer der ach so bösen asozialen „Ungeimpften“.
Und – frei nach Wowereit: – das ist auch gut so. Ich hatte und habe dafür sehr gute persönliche Gründe, die nicht von jedermann zu teilen, aber zu akzeptieren sind.
Ich mache keinen Hehl daraus, in dieser Zeit aktiv für mein Recht auf körperliche Selbstbestimmung aktiv in Wort und Tat eingestanden zu sein.
Weil ich mich nicht (mehr) dafür schämen muss. (Ich habe mich auch zu keinem Zeitpunkt für meine Überzeugung geschämt.)
Weil es – wie es ja mittlerweile auch wohl jeder der ehrlich mit sich selbst ist eingestehen muss – kein Irrweg war.

Der Maulkorb – Model: Franzi K.

So seltsam es klingen mag: mittlerweile bin ich für die knapp 3 „verlorenen“ Jahre der Ausgrenzung, Diffamierung und des Kampfes sogar dankbar.
Weil ich in den vergangenen 3 Jahren mehr über Menschen gelernt habe als in den vorangegangenen 52 Jahren.
Weil sich die Spreu vom Weizen getrennt hat und ich in dieser Zeit mehr echte und aufrichtige Menschen als Freunde gewinnen durfte, als ich vermeintliche Freunde verloren habe.
Ich bin dankbar dafür, dass ich in dieser unseligen Zeit so unendlich viel lernen durfte und als Mensch gewachsen bin.

Ansonsten bin ich naturverbunden, auf Nachhaltigkeit und echten aktiven Umweltschutz bedacht (damit meine ich nicht die diktierte sinnentleerte und klimahysterische Symbolpolitik unserer Regierung), und repariere erst bevor ich wegwerfe. Ich lege keinen Wert auf Statussymbole, weil ich keine Trostpflaster für die Schmerzen eines falsch gelebten Lebens brauche.
Ich hasse Lebensmittelverschwendung und wähle meine Lebensmittel bewusst und achtsam. Rassismus, Antisemitismus oder jegliche andere Art von Extremismus lehne ich ab.

„Ein Mensch der sich mit dem Universum beschäftigt, verhält sich bis in die kleinsten Dinge des Lebens anders, als jemand der dieses Wissen entbehrt.“

(Heinz Haber, 1913-1990)

Religiös
in klassischem Sinne bin ich nicht. Ich bin kein Verfechter von organisierten Religionen, weil in deren Namen seit Anbeginn der Weltgeschichte zu viele ungute Dinge geschehen sind.
Mit der Religionsausübung halte ich es wie einst Friedrich II.: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Ob geistig oder weltlich: Ich brauche für mich persönlich keine Führer denen ich hinterherlaufen kann. Ich glaube an die Fügung und Energie des Universums, das mich selbst zum besten Führer auf meinem mir vorherbestimmten Weg macht und gute Dinge für mich bereit hält. Darauf vertraue ich. Und ich weiß dass ich darauf vertrauen kann.

Soviel zu mir.
Als Mensch und Freidenker, dessen „Aluhut“ wohl irgendwo an irgendeiner Garderobe hängt ;-)…

P.S: Ergänzend zu diesem Text empfehle ich auch diesen Beitrag.

26 Antworten

  1. Absolut nachvollziehbar, und vermutlich die ‚gesündeste‘ aller Möglichkeiten, sein Leben zu leben.
    Auch ich habe so meine Konsequenzen gezogen, insbesondere in den letzten 3 Jahren, und, was soll ich sagen…
    Das Resultat sieht Deinem sehr ähnlich 😉
    LG,
    Alex

  2. Genau so hab ich dich damals schon kennen und schätzen gelernt. Hab noch den „Schein“ sondern nur dein „Sein“ gesehen. Selbst keine Schublade und nie versucht jemand anderem eine aufzuschwatzen. Alles auf Augenhöhe.
    Gut geschrieben.

  3. Salve Ron
    Sehr wahre Worte … wie immer von dir … in vielen Punkten recht … nur jeder kann halt ned so wie er will … ich weiß … du bist in vielen mein Lehrmeister… und ich änder es nicht … weil ich noch abhängig bin von den Fädenzieher… dennoch sehe ich sehr viel so … egal welche Religion, welche Hautfarbe… Mia ham a scheiss Zeit …. Und wir dahinter machen das beste daraus … Verständnis, aufrichtig, ehrlich und auf Augenhöhe …. Bis boid

  4. Super geschrieben Ron ,
    wobei ich all das schon wusste denn du warst immer schon so und das wird sich nicht ändern.
    Du bist einfach nur ein toller Mensch von derer Sorte wir viel mehr bräuchten
    Lieben Gruß
    Koosje

  5. Lieber Ron, der Text ist absolut ehrlich, authentisch. Vor allem das „Trostpflaster für die Schmerzen eines falsch gelebten Lebens“ hat mich zum Nachdenken angeregt.
    Chapeau für Deine weisen und unterhaltsamen Worte.

    • Vielen lieben Dank. Ich weiß wovon ich spreche. Und letztlich ist exzessiver Konsum von LUXUSgütern auch nichts anderes. Klar kann und soll man sich was gönnen. Aber auch der 5. Ferrari in der Garage wird dich nicht wirklich glücklicher machen.
      (Sagt der, der zuhause 8 E-Gitarren an der Wand hängen hat… 🙈. Aber das sind ja auch Gebrauchsgüter😂.)

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